Am 22. Mai 2017 wurde Arburg im Rahmen des Wettbewerbs „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ ausgezeichnet. Diesen hat die Netzwerkinitiative „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ ins Leben gerufen, um besondere Leistungen im Bereich Industrie 4.0 zu würdigen. Bei der feierlichen Preisverleihung im Neuen Schloss in Stuttgart betonte Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz die herausragende Innovationskraft des Loßburger Maschinenbauunternehmens: „Die Herstellung ‚smarter‘ Kofferhänger zeigt eindrucksvoll auf, wie sich mit Arburg-Produkten Industrie 4.0 in der Praxis umsetzen lässt, um Serienteile in Losgröße 1 zu individualisieren und damit die Wertschöpfung im Fertigungsprozess zu steigern.“

Die Auszeichnung „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ überreichte die Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz (l.) an Susanne Palm, Gruppenleiterin Public Relations bei Arburg. Foto: Martin Storz / Graffiti

Insgesamt wurden 16 baden-württembergische „Leuchtturmprojekte für die Produktion der Zukunft“ am 22. Mai ausgezeichnet. Dabei unterstrich Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz: „Industrie, Mittelstand und Start-ups in Baden-Württemberg sind bei der Umsetzung von Industrie 4.0 führend, wie die heute prämierten Lösungen eindrucksvoll zeigen. Mit der Preisverleihung wollen wir anfassbare Lösungen aus dem Land, die Mehrwerte schaffen, noch bekannter machen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen wollen wir damit motivieren, die realen Chancen durch Industrie 4.0 aktiv anzugehen.“

Arburg erhielt die Auszeichnung „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“, da sich mit seinen Produkten eine  flexible Serienfertigung in Losgröße 1 realisieren lässt. Foto: ARBURG

Arburg gewinnt mit „flexibler Serienfertigung in Losgröße 1“

Als Vorbild nannte Katrin Schütz Arburg als Unternehmen, das sich seit Jahrzehnten durch Innovationskraft auszeichne und dank 30 Jahren Erfahrung in der IT-vernetzten Produktion zu den Vorreitern in der Umsetzung von „Industrie 4.0“ gehöre. Mit seinem Beispiel für die „flexible Serienfertigung in Losgröße 1“ überzeugte Arburg die Jury und erhielt die Auszeichnung „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ in den Kategorien „Neue Software-/Vernetzungslösungen“ und „Neuer Produktionsprozess“.
Mit der flexibel automatisierten, informationstechnisch vernetzten und räumlich verteilten Produktion von „smarten“ Kofferanhängern präsentierte Arburg zuletzt im April auf der Hannover Messe 2017 erfolgreich den Weg von der Großserie zum individuellen Kunststoffteil. Dieses Beispiel zeigt die Zukunft moderner Geschäftsmodelle auf, mit dem Ziel, den Kunden mit seinen Wünschen in die Wertschöpfungskette einzubinden und Großserienteile zu individualisieren.

 
Wirtschaftliche Herstellung „smarter“ Kofferanhänger
Der „smarter Kofferanhänger“ zeigt, wie sich eine solche „Mass Customization“ durch Kombination von Spritzgießen und additiver Fertigung relativ einfach realisieren lässt, ohne auf die Effizienz und Wirtschaftlichkeit einer Großserienfertigung zu verzichten. Dabei bilden eine Allrounder-Spritzgießmaschine, ein Freeformer für die industrielle additive Fertigung, Automation und IT-Lösungen von Arburg ein flexibles cyberphysisches Produktionssystem.
Über einen individuellen NFC-Chip wird das auf einem Allrounder spritzgegossene Produkt selbst zum Daten- und Informationsträger und steuert seine weitere Herstellung in Losgröße 1. Es kommuniziert mit den Maschinen an den einzelnen Fertigungsstationen, kennt seine Historie und seinen aktuellen Zustand und steuert selbst seinen weiteren Durchlauf durch die Prozesskette. Das individuelle Design aus Kunststoff wird mit einem Freeformer additiv aufgebracht.
Ein zentraler Bestandteil ist die Vernetzung mit dem selbstentwickelten Arburg  Leitrechnersystem ALS. Es erfasst die Produkt-, Prozess- und Qualitätsdaten und leitet sie an einen Webserver weiter. Beim Beispiel „Kofferanhänger“ erhält jedes Teil seine eigene Website. Die Daten jedes Bauteils können jederzeit abgerufen und rückverfolgt werden, auch nach vielen Jahren. Die digitale Vernetzung mittels Leitrechnersystem schafft Transparenz und Durchgängigkeit und ermöglicht eine optimale Auslastung der gesamten Produktion, auch und gerade bei kleineren Stückzahlen und häufigen Produktwechseln.

Die „smarten“ Kofferanhänger und deren flexible Serienfertigung in Losgröße 1 durch Kombination von Spritzgießen und additiver Fertigung überzeugte Expertenjury. Foto: ARBURG

„100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“
Die Netzwerkinitiative „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ hat das Ziel, Kompetenzen aus Produktionstechnik sowie Informations- und Kommunikationstechnik zu bündeln, alle wesentlichen Akteure zu vernetzen und durch innovative Transferangebote den industriellen Mittelstand in Richtung Industrie 4.0 zu begleiten.
Mit dem Wettbewerb „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ werden innovative Konzepte aus der Wirtschaft gesucht, die mit der intelligenten Vernetzung von Produktions- und Wertschöpfungsprozessen erfolgreich sind. Die Expertenjury bewertet neben dem Innovationsgrad auch die konkrete Praxisrelevanz für Industrie 4.0. Insgesamt wurden in fünf Prämierungsrunden bislang 84 Unternehmen, Institute und andere Organisationen ausgezeichnet und erhielten eine Ehrenurkunde und eine Glasplakette. Im Laufe des Jahres 2017 soll die Zahl 100 erreicht werden.

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